Well, it’s not a shampoo bottle now

23. Februar 2009

Die 81. Academy Awards waren in etwa so spannend wie „Memento“: Eigentlich wusste man von Anfang an wie das Ende der Geschichte aussieht. Wer die Box Office- Ergebnisse und traditionellen Oscar Buzz- Preisverleihungen in den letzten Wochen auch nur oberflächlich beobachtet hatte, konnte den Triumphzug des Slumdog Millionärs voraussagen.  PGA, DGA und WGA hatten Danny Boyles Film prämiert, also folgte heute Nacht die Oscarglorie in den Bereichen Bester Film, Bester Regisseur, Bestes Adaptiertes Drehbuch. Wer mit Sean Penns Sieg für „Milk“ nicht gerechnet hatte, sollte wissen, dass der  zuvor den Screen Actors Guild (SAG) Award als bester Hauptdarsteller für eben jene Rolle erhalten hatte.

Apologeten würden jetzt einwerfen, dass Preisträgerin Kate Winslet bei den SAG Awards gegen Meryl Streep verloren hat. Dem halte ich entgegen, dass a) dieses Argument nicht zählt, da Winslet bei den SAG Awards für „Der Vorleser“ immerhin den Preis als Beste Nebendarstellerin gewonnen hat und b) heute Nacht der Martin Scorsese- Gedenkoscar an Winslet vergeben wurde. Bei Nominierung Nummer sechs war es eben Zeit für den Preis gewesen, ungeachtet der Tatsache, dass Meryl Streep seit 1983 auf einen neuen Oscar als Staubfang wartet. Insofern war es zwangsläufig, dass die große „Überraschungsshow“ der Oscarhistorie darin gipfelte, dass Steven Spielberg den Preis für den Besten Film überreichte. Wer hatte damit rechnen können? Genau: Jeder. Wenn man nicht weiß, wen man engagieren soll, holt man eben Steven Spielberg. Das funktioniert vielleicht nicht bei jedem Abiball, aber eben bei den Oscars.

Das klingt alles mal wieder nach dem Fan, der seit Jahren zuschaut, aber auch seit Jahren meckert und führt tendenziell in die Irre. Denn eines war diese Verleihung ganz sicher nicht: Enttäuschend. Hält man natürlich vom Phänomen Slumdog Millionär nichts, kann man wütend in seinen Bart murmelnd nach Hause gehen und nie wieder einschalten. Wer so reagiert hat jedoch einen bröckelnden Mythos der Oscars noch nicht abgeschüttelt: Die Preise haben etwas mit Qualität zu tun. Dass dem nicht (mehr) so ist, muss jedem bewusst sein, der von „Brokeback Mountain“ begeistert war, „L.A. Confidential“ einem sinkenden Dampfer jederzeit vorzieht und Ellen Burstyn in „Requiem for a Dream“ freiwillig gegen jede Julia Roberts- Rolle in der Geschichte der Menschheit eintauscht. Die Academy, die „The Departed“, „L.A. Crash“ und „Die Rückkehr des Königs“ mit dem wichtigsten Filmpreis der Welt auszeichnet, wird von allerhand Erwägungen beeinflusst, von denen die Qualität eine nebensächliche ist. Eine variierende Mischung aus kommerziellen Erwägungen und dem reinen Affekt darf man den Mitgliedern getrost unterstellen. So wurde mit „The Departed“ nicht nur „endlich“ Scorsese belohnt, sondern v.a. der Scorsese, der „endlich“ einen massentauglichen  Blockbuster gedreht hat.

Unter diesem Blickwinkel muss der mit acht Oscars überragende Sieg von Slumdog betrachtet werden und tut man das, macht er Sinn. Aus kommerzieller Sicht ist der Film tatsächlich ein Phänomen. Mit einem Budget von rund 15 Mio. Dollar kratzt Danny Boyles Werk derzeit allein in den USA bereits an der Hundert-Mille-Grenze der Box Office. Seit November letzten Jahres läuft der Film dort. Zunächst in 10 Kinos gestartet, ist er zur Zeit auf über 1.600 Leinwänden zu sehen. Prompt fällt einem ein anderer Oscarabsahner ein, der ähnlich aus dem Nichts kam: American Beauty. Mit einem vergleichbaren Budget hatte es die fünfmal prämierte Vorstadtsatire von Sam Mendes bis zum Juni 2000 auf ein (US-) Einspielergebnis von ca. $130 Mio. geschafft. Angelaufen war sie im September 1999. Bis dagegen der $ 150 Mio. teure „Seltsame Fall des Benjamin Button“ in heimischen Gefilden einen ansehnlichen Gewinn einfährt, wird es noch eine Weile dauern.

Solche kommerziellen Erwägungen mögen zwar für angehende Buchhalter ganz interessant sein, haben aber im Falle der Oscars immer den Hauch opportunistischer Box Office- Belohnungen an sich und sind selten allein für einen Sieg verantwortlich („Juno“?). Ganz einfache Gefühle scheinen manchmal eine große Rolle zu spielen und heute Nacht haben die Produzenten der Show mit ihrem neuen Konzept selbst diese Richtung vorgelegt. Hugh Jackman, Sexiest Man Alive 2008, löste nach zwanzig Jahren Dominanz die Komiker ab, um die Oscars wieder zu dem zu machen, was sie vielleicht in unserem Träumen einmal waren: Eine glamouröse Show, die den mit der US- Filmindustrie assoziierten Eskapismus in weniger als vier Stunden Unterhaltung kondensiert. Wirkten die Standup- Acts der Moderatoren auf der Bühne oftmals wie die beißende Kritik unfreiwillig Außenstehender, wurde mit dem Wolverine Jackman einer aus dem Publikum erkoren, der selbst die wie auch immer geartete Aura eines Filmstars versprüht.

Jackman brachte jedoch nicht nur die ersehnte Starpower mit sich, die kritische Witze über seine eigene Industrie von vornherein ausschloss. Seine Fähigkeiten als Showman alter Schule waren schließlich primär gefragt. Er ist eben einer, dem der Tuxedo steht, der nicht nur komische Einlagen an den Mann bringt, sondern auch singen und tanzen kann, ohne die seichte Unterhaltung ständig mit der Ironie des Comedians zu unterwandern. Für eine Show, die sich optisch am Goldenen Zeitalter Hollywoods in den Dreißiger Jahren orientierte, war Hugh Jackman damit der geborene Host. Durch Musical- Einlagen ganz im Geiste Busby Berkeleys kämpfte er sich souverän und bewies: Was vor mehr als siebzig Jahren in der Großen Depression funktioniert hatte, ist vielleicht genau das, was die Traumfabrik  und womöglich auch ihre Zuschauer heute Nacht gebraucht haben. Slumdog Millionär ist wahrscheinlich der Film, der dieser Stimmung am ehesten entgegen kam.

Als Glücksgriff erwies sich der Versuch, die Show weniger steif wirken zu lassen. Das Orchester auf der Bühne (Inspiration durch die Lolas?) und die grundsätzliche Nähe zwischen Publikum und Präsentatoren dank der weniger streng aufgereihten Sitzplätze wurden durch die poppigeren Zusammenschnitte der Highlights des Kinojahres ergänzt (BAFTAs?). Am Ende machen sich Gitarren eben doch besser als schmalzige Streicher. In Sachen Montage hinterließ jedoch der In Memoriam- Clip mal wieder einen bitteren Nachgeschmack. Zwar ist die Idee einer gesanglichen Begleitung löblich (Queen Latifah), doch spätestens wenn die Regie sich nicht zwischen der eigentlich nebensächlichen Künstlerin und dem unruhigen Abfilmen (!) der Bildschirme entscheiden kann, verliert der Tribut an die Verstorbenen seinen Sinn.

Fragwürdige Entscheidungen wie diese blieben während der dreieinhalbstündigen Veranstaltung in der Minderheit. Primär machte die 81. Oscarverleihung nämlich Spaß. Die Highlights: Steve Martin und Tina Fey („Steve, no one wants to hear about our religion… that we made up“); Ben Stiller alias Joaquin Phoenix, der einigermaßen deplatziert stoned? auf der Bühne herumwanderte; das seltsame Trio auf der Couch: Janusz Kaminski, Seth Rogen und James Franco; die Dankesreden der beiden japanischen Preisträger („Domo Arigato, Mr. Roboto“) und nicht zu vergessen die „Frost/Nixon“ Musical-Nummer mit Hugh Jackman als Frost und Anne Hathaway als cutest Richard Nixon ever.  Und das Bild von Philippe Petit, der den soeben gewonnenen Oscar auf der Nase jongliert, wird sicher noch die ein oder andere Montage zukünftiger Preisverleihungen füllen.

Der Einfall, die Schaupieloscars von fünf früheren Preisträgern präsentieren zu lassen, erzielte dagegen gemischte Resultate. Wer nun auf der Bühne stand, erschien zumindest mir als ein bisschen wahllos (oder hat irgendjemand ein Muster erkennen können?), was dazu führte, dass die Lobpreisungen für die Nominierten mal steif und kalt (Sophia Loren), mal bewegend und witzig (Robert DeNiro) daherkamen. Dieses Format gilt es zu überdenken, auch wenn Shirley MacLaine im schlichten Hosenanzug neben all den klassisch gekleideten Ladys einen amüsanten, weil abwechslungsreichen Anblick bot. Und nun ja, sie ist eben Shirley MacLaine, goddamit!

Eine in diesem Maß durch Musical- Einlagen und Montagen in seichte Gewässer geleitete Show, war auf einen Film angewiesen, um etwas Tragweite in die Angelegenheit zu bringen und der hieß Milk. Hauptdarsteller Sean Penn und besonders der Drehbuchautor Dustin Lance Black sorgten mit ihren Dankesreden für einige Schauder auf den Rücken erzkonservativer Zuschauer und das wenige Monate nach dem Erfolg von Proposition 8 in Kalifornien.

Ungeachtet meines Vorschusspessimismus ist den Produzenten eine kurzweilige aber nicht zu kurze Anti- Depressions- Show gelungen, deren Host Hugh Jackman den Oscars in der Zukunft hoffentlich (mit besserem Material) erhalten bleiben wird. Wenn die Filmauswahl dieses Jahr auch nicht überzeugen konnte und die einzige Überraschung der Auslandsoscar an Japan („Departures“) darstellte, kann man sich durchaus als Zuschauer darüber freuen, dass Hollywood versucht, zu dem zurück zu finden, was es einmal am besten konnte: Unterhalten.


Zum Weiterlesen und -gucken:

Die Gewinner auf einen Blick.

Zitate, Bewertungen der Präsentatoren und vieles mehr bei Empire.

Best and Worst bei Cinematical (inkl. Ausschnitte).

So hätten Christian Bale und Joaquin Phoenix auch ihr Fett wegkriegen können.

Joaquin Phoenix hat einen Bart? Und warum macht sich Ben Stiller über ihn lustig?

Christian Bale ist aber ein netter Kerl.


Oscars 2009 – Die Preisträger

23. Februar 2009

Die Oscars 2009 sind passé, die Kanne Schwarztee ebenso. Was fehlt? Die Gewinner für alle, die der Veranstaltung auf Grund normaler Schlafrhythmen fern geblieben sind. Da ein ausführlicher Post zur Qualität der Show nach einem Nickerchen noch folgen wird, hier erstmal die rund dreieinhalbstündige Veranstaltung in drei Sätzen kurz und knapp zusammengefasst:

Slumdog Millionär gewinnt wie erwartet alle relevanten Preise (8), „Der Seltsame Fall des Benjamin Button“ nicht.

Sean Penn hat ab heute zwei Oscars, Kate Winslet einen daheim stehen.

Domo Arigato, Mr. Roboto!

Die Gewinner sind im Folgenden fett markiert:

(Quelle: Variety)

BEST MOTION PICTURE OF THE YEAR
„The Curious Case of Benjamin Button“
„Frost/Nixon“
„Milk“
„The Reader“
„Slumdog Millionaire“

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A LEADING ROLE
Richard Jenkins in „The Visitor“
Frank Langella in „Frost/Nixon“
Sean Penn in „Milk“
Brad Pitt in „The Curious Case of Benjamin Button“
Mickey Rourke in „The Wrestler“

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A LEADING ROLE
Anne Hathaway in „Rachel Getting Married“
Angelina Jolie in „Changeling“
Melissa Leo in „Frozen River“
Meryl Streep in „Doubt“
Kate Winslet in „The Reader“

ACHIEVEMENT IN DIRECTING
Danny Boyle for „Slumdog Millionaire“
Stephen Daldry for „The Reader“
David Fincher for „The Curious Case of Benjamin Button“
Ron Howard for „Frost/Nixon“
Gus Van Sant for „Milk“

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A SUPPORTING ROLE
Amy Adams in „Doubt“
Penelope Cruz in „Vicky Cristina Barcelona“
Viola Davis in „Doubt“
Taraji P. Henson in „The Curious Case of Benjamin Button“
Marisa Tomei in „The Wrestler“

ORIGINAL SCREENPLAY
„Frozen River“; Written by Courtney Hunt
„Happy-Go-Lucky“; Written by Mike Leigh
„In Bruges“; Written by Martin McDonagh
„Milk“; Written by Dustin Lance Black
„WALL-E“; Screenplay by Andrew Stanton, Jim Reardon; Original story by Andrew Stanton, Pete Docter

ADAPTED SCREENPLAY
„The Curious Case of Benjamin Button“ Screenplay by Eric Roth; Screen story by Eric Roth and Robin Swicord
„Doubt“  Written by John Patrick Shanley
„Frost/Nixon“  Screenplay by Peter Morgan
„The Reader“ Screenplay by David Hare
„Slumdog Millionaire“ Screenplay by Simon Beaufoy

BEST ANIMATED FEATURE FILM OF THE YEAR
„Bolt“  Chris Williams and Byron Howard
„Kung Fu Panda“ John Stevenson and Mark Osborne
„WALL-E“ Andrew Stanton

BEST ANIMATED SHORT FILM
„La Maison en Petits Cubes“
„Lavatory – Lovestory“
„Oktapodi“
„Presto“
„This Way Up“

ACHIEVEMENT IN ART DIRECTION
„Changeling“ Art Direction: James J. Murakami, Set Decoration: Gary Fettis
„The Curious Case of Benjamin Button“ Art Direction: Donald Graham Burt, Set Decoration: Victor J. Zolfo
„The Dark Knight“ Art Direction: Nathan Crowley, Set Decoration: Peter Lando
„The Duchess“ Art Direction: Michael Carlin, Set Decoration: Rebecca Alleway
„Revolutionary Road“  Art Direction: Kristi Zea, Set Decoration: Debra Schutt

ACHIEVEMENT IN COSTUME DESIGN
„Australia“  Catherine Martin
„The Curious Case of Benjamin Button“ Jacqueline West
„The Duchess“ Michael O’Connor
„Milk“  Danny Glicker
„Revolutionary Road“  Albert Wolsky

ACHIEVEMENT IN MAKEUP
„The Curious Case of Benjamin Button“ Greg Cannom
„The Dark Knight“ John Caglione, Jr. and Conor O’Sullivan
„Hellboy II: The Golden Army“ Mike Elizalde and Thom Floutz

ACHIEVEMENT IN CINEMATOGRAPHY
„Changeling“  Tom Stern
„The Curious Case of Benjamin Button“ Claudio Miranda
„The Dark Knight“ Wally Pfister
„The Reader“ Chris Menges and Roger Deakins
„Slumdog Millionaire“ Anthony Dod Mantle

BEST LIVE ACTION SHORT FILM
„Auf der Strecke (On the Line)“
„Manon on the Asphalt“
„New Boy“
„The Pig“
„Spielzeugland (Toyland)

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A SUPPORTING ROLE
Josh Brolin in „Milk“
Robert Downey Jr. in „Tropic Thunder“
Philip Seymour Hoffman in „Doubt“
Heath Ledger in „The Dark Knight“
Michael Shannon in „Revolutionary Road“

BEST DOCUMENTARY FEATURE
„The Betrayal (Nerakhoon)“
„Encounters at the End of the World“
„The Garden“
„Man on Wire“
„Trouble the Water“

BEST DOCUMENTARY SHORT SUBJECT
„The Conscience of Nhem En“
„The Final Inch“
„Smile Pinki“
„The Witness – From the Balcony of Room 306″

ACHIEVEMENT IN VISUAL EFFECTS
„The Curious Case of Benjamin Button“ Eric Barba, Steve Preeg, Burt Dalton and Craig Barron
„The Dark Knight“ Nick Davis, Chris Corbould, Tim Webber and Paul Franklin
„Iron Man“  John Nelson, Ben Snow, Dan Sudick and Shane Mahan

ACHIEVEMENT IN SOUND EDITING
„The Dark Knight“ Richard King
„Iron Man“ Frank Eulner and Christopher Boyes
„Slumdog Millionaire“ Tom Sayers
„WALL-E“ Ben Burtt and Matthew Wood
„Wanted“ Wylie Stateman

ACHIEVEMENT IN SOUND MIXING
„The Curious Case of Benjamin Button“ David Parker, Michael Semanick, Ren Klyce and Mark Weingarten
„The Dark Knight“ Lora Hirschberg, Gary Rizzo and Ed Novick
„Slumdog Millionaire“ Ian Tapp, Richard Pryke and Resul Pookutty
„WALL-E“ Tom Myers, Michael Semanick and Ben Burtt
„Wanted“ Chris Jenkins, Frank A. Montaño and Petr Forejt

ACHIEVEMENT IN FILM EDITING
„The Curious Case of Benjamin Button“  Kirk Baxter and Angus Wall
„The Dark Knight“ Lee Smith
„Frost/Nixon“ Mike Hill and Dan Hanley
„Milk“ Elliot Graham
„Slumdog Millionaire“ Chris Dickens

ACHIEVEMENT IN MUSIC WRITTEN FOR MOTION PICTURES (ORIGINAL SCORE)
„The Curious Case of Benjamin Button“ Alexandre Desplat
„Defiance“ James Newton Howard
„Milk“ Danny Elfman
„Slumdog Millionaire“ A.R. Rahman
„WALL-E“ Thomas Newman

ACHIEVEMENT IN MUSIC WRITTEN FOR MOTION PICTURES (ORIGINAL SONG)
„Down to Earth“ from „WALL-E“ Music by Peter Gabriel and Thomas Newman; Lyrics by Peter Gabriel
„Jai Ho“ from „Slumdog Millionaire“ Music by A.R. Rahman; Lyrics by Gulzar
„O Saya“ from „Slumdog Millionaire“ Music and Lyrics by A.R. Rahman and Maya Arulpragasam

BEST FOREIGN LANGUAGE FILM OF THE YEAR
„The Baader Meinhof Complex“ Germany
„The Class“ France
„Departures“ Japan
„Revanche“ Austria
„Waltz with Bashir“ Israel


Die BAFTAs und andere Preise, die den Normalbürger nicht interessieren

9. Februar 2009

Alle Welt berichtet über die Grammys, nur ein kleiner, unregelmäßig aktualisierter Filmblog wehrt sich dagegen… Nun gut, andere Filmblogs ignorieren den wichtigsten Musikpreis wo gibt auch, sonst wären sie ja keine Filmblogs, aber egal. Was tut man nicht alles für eine fadenscheinige Dramatisierung. Der eigentliche Grund, warum hier nicht über goldene Grammophone geschrieben wird, ist ja, dass Coldplay doof ist. Das meine ich als Parachutes- Jüngerin und Parachutes- Jünger haben immer Recht. Punkt.

Zurück zum Thema: Die BAFTAs, die Oscars der britischen Filmindustrie, wurden verliehen und ganz überraschend hat ein britischer Film den Hauptpreis gewonnen. Slumdog Millionär von Danny Boyle hat sieben Preise, darunter den für den Besten Film und den Besten Regisseur, abgeräumt. Comeback Kid Mickey Rourke („The Wrestler“) wurde als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet und Heath Ledger als Nebendarsteller. Kate Winslet ging ebenfalls mit einem Preis als Beste Hauptdarstellerin („Der Vorleser“) nach Hause. Die kompletten Ergebnisse findet man hier.

Viel interessanter als die BAFTA-Gewinner in Hinsicht auf die Oscarverleihung am 22. Februar sind jedoch die Preise der Verbände der Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure in Hollywood. Die können nämlich nicht nur streiken, sondern auch den Oscar Buzz kräftig anheizen, schließlich werden die Academy Awards von den jeweiligen Berufsgruppen gewählt.

Bisher hat Slumdog Millionär schließlich nicht nur den Golden Globe und BAFTA als Bester Film gewonnen, sondern auch folgende Hauptpreise der Gilden:

2009 Directors Guild of America

Won: Best Director – Danny Boyle

2009 Producers Guild of America Awards

Won: Best Theatrical Picture

2009 Screen Actors Guild Awards

Won: Best Cast

2009 Writers Guild of America Awards

Won: Best Adapted Screenplay – Simon Beaufoy

[Quelle: Wiki]

Laut Cinematical haben es bisher nur sieben Filme geschafft, all diese Hauptpreise zu gewinnen und nur einer von ihnen gewann in der Folge NICHT den Best Picture- Oscar. Der Film hieß Brokeback Mountain.

Zur Erinnerung: die Oscarnominierungen.


And the Academy Award might go to…

22. Januar 2009

Die Oscarnominierungen sind raus. Nennenswerte Unterschiede zu den Golden Globes sind nicht auszumachen. Außer für Kate Winslet, die sich mit nur einer Nominierung für „Der Vorleser“ zufriedengeben muss und Angelina Jolie, welche für „Der fremde Sohn“ mit einer solchen bedacht wurde. Am 22. Februar findet die Preisverleihung statt. Hugh Jackman, möge die Macht mit dir sein…

Die Mathematik der Nominierungen:

Der Seltsame Fall des Benjamin Button – 13

Slumdog Millionär – 10

The Dark Knight – 8

Milk – 8

Heath Ledger – 1

Robert Downey Jr. – 1

Die Quelle: Empire

Die Nominierungen:

Best Film
The Curious Case of Benjamin Button
Frost/Nixon
Milk
The Reader
Slumdog Millionaire

Best Director

The Curious Case of Benjamin Button – David Fincher
Frost/Nixon – Ron Howard
Milk – Gus Van Sant
The Reader – Stephen Daldry
Slumdog Millionaire – Danny Boyle

Best Actor In A Leading Role
The Visitor – Richard Jenkins
Frost/Nixon – Frank Langella
Milk – Sean Penn
The Curious Case of Benjamin Button – Brad Pitt
The Wrestler – Mickey Rourke

Best Actress In A Leading Role
Rachel Getting Married – Anne Hathaway
Changeling – Angelina Jolie
Frozen River – Melissa Leo
Doubt – Meryl Streep
The Reader – Kate Winslet

Best Actor In A Supporting Role
Milk – Josh Brolin
Tropic Thunder – Robert Downey Jr.
Doubt – Philip Seymour Hoffman
The Dark Knight – Heath Ledger
Revolutionary Road – Michael Shannon

Best Actress In A Supporting Role
Doubt – Amy Adams
Vicky Cristina Barcelona – Penélope Cruz
Doubt – Viola Davis
The Curious Case of Benjamin Button – Taraji P. Henson
The Wrestler – Marisa Tomei

Best Adapted Screenplay
The Curious Case of Benjamin Button – Eric Roth, Robin Swicord
Doubt – John Patrick Shanley
Frost/Nixon – Peter Morgan
The Reader – David Hare
Slumdog Millionaire – Simon Beaufoy

Best Original Screenplay
Frozen River – Courtney Hunt
Happy-Go-Lucky – Mike Leigh
In Bruges – Martin McDonagh
Milk – Dustin Lance Black
WALL-E – Andrew Stanton, Jim Reardon, Pete Docter

Animated Feature
Bolt
Kung Fu Panda
WALL-E

Art Direction
Changeling
The Curious Case of Benjamin Button
The Dark Knight
The Duchess
Revolutionary Road

Cinematography
Changeling
The Curious Case of Benjamin Button
The Dark Knight
The Reader
Slumdog Millionaire

Costume Design

Australia
The Curious Case of Benjamin Button
The Duchess
Milk
Revolutionary Road

Documentary Feature
The Betrayal (Nerakhoon)
Encounters at the End of the World
The Garden
Man on Wire
Trouble the Water

Documentary Short
The Conscience of Nhem En
The Final Inch
Smile Pinki
The Witness – From the Balcony of Room 306

Editing
The Curious Case of Benjamin Button
The Dark Knight
Frost/Nixon
Milk
Slumdog Millionaire

Best Foreign Language Film
The Baader Meinhof Complex
The Class
Departures
Austria
Waltz with Bashir

Makeup

The Curious Case of Benjamin Button
The Dark Knightw
Hellboy II: The Golden Army

Original Score
The Curious Case of Benjamin Button – Alexandre Desplat
Defiance – James Newton Howard
Milk – Danny Elfman
Slumdog Millionaire – A.R. Rahman
WALL-E – Thomas Newman

Original Song
WALL-E – „Down to Earth“
Slumdog Millionaire – „Jai Ho“
Slumdog Millionaire – „O Saya“

Sound Editing
The Dark Knight
Iron Man
Slumdog Millionaire
WALL-E
Wanted

Sound Mixing
The Curious Case of Benjamin Button
The Dark Knight
Slumdog Millionaire
WALL-E
Wanted

Visual Effects

The Curious Case of Benjamin Button
The Dark Knight
Iron Man

Animated Short

La Maison de Petits Cubes
Lavatory – Lovestory
Oktapodi
Presto
This Way Up

Live Action Short

Auf der Strecke (On the Line)
Manon on the Asphalt
New Boy
The Pig
Spielzeugland (Toyland)


Golden Globes 2009: Die Gewinner

12. Januar 2009

In der Nacht zum Montag wurden die Gewinner der diesjährigen Golden Globe Awards bekannt gegeben, die in der folgenden Auflistung fett markiert sind. Die komplette Liste der Gewinner – inkl. der Fernsehkategorien – findet man wie gewohnt bei der Variety. Mehr über die Hintergründe der Verleihung habe ich bereits hier geschrieben.

Die großen „Überraschungen“ des Abends: Danny Boyles „Slumdog Millionär“ geht als Gewinner von vier Preisen nach Hause (u.a. Bester Film) und Kate Winslet gewinnt sowohl den Globe für die beste Hauptdarstellerin (Drama) und die beste Nebendarstellerin.

Best Motion Picture – Drama
The Curious Case Of Benjamin Button
Frost/Nixon
The Reader
Revolutionary Road
Slumdog Millionaire [Trailer]

Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Drama
Anne Hathaway – Rachel Getting Married
Angelina Jolie – Changeling
Meryl Streep – Doubt
Kristin Scott Thomas – I’ve Loved You So Long
Kate Winslet – Revolutionary Road [Trailer]

Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Drama
Leonardo DiCaprio – Revolutionary Road
Frank Langella – Frost/Nixon
Sean Penn – Milk
Brad Pitt – The Curious Case Of Benjamin Button
Mickey Rourke – The Wrestler

Best Motion Picture – Comedy Or Musical
Burn After Reading
Happy-Go-Lucky
In Bruges
Mamma Mia!
Vicky Cristina Barcelona

Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Comedy Or Musical
Rebecca Hall – Vicky Cristina Barcelona
Sally Hawkins – Happy-Go-Lucky
Frances McDormand – Burn After Reading
Meryl Streep – Mamma Mia!
Emma Thompson – Last Chance Harvey

Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Comedy Or Musical
Javier Bardem – Vicky Cristina Barcelona
Colin Farrell – In Bruges
James Franco – Pineapple Express
Brendan Gleeson – In Bruges
Dustin Hoffman – Last Chance Harvey

Best Animated Feature Film
Bolt
Kung Fu Panda
Wall-E

Best Foreign Language Film
The Baader Meinhof Complex (Germany)
Everlasting Moments (Sweden/Denmark)
Gomorrah (Italy)
I’ve Loved You So Long (France)
Waltz With Bashir (Israel)

Best Performance By An Actress In A Supporting Role In A Motion Picture
Amy Adams – Doubt
Penelope Cruz – Vicky Cristina Barcelona
Viola Davis – Doubt
Marisa Tomei – The Wrestler
Kate Winslet – The Reader

Best Performance By An Actor In A Supporting Role In A Motion Picture
Tom Cruise – Tropic Thunder
Robert Downey Jr. – Tropic Thunder
Ralph Fiennes – The Duchess
Philip Seymour Hoffman – Doubt
Heath Ledger – The Dark Knight

Best Director – Motion Picture
Danny Boyle – Slumdog Millionaire
Stephen Daldry – The Reader
David Fincher – The Curious Case Of Benjamin Button
Ron Howard – Frost/Nixon
Sam Mendes – Revolutionary Road

Best Screenplay – Motion Picture
Simon Beaufoy – Slumdog Millionaire
David Hare – The Reader
Peter Morgan – Frost/Nixon
Eric Roth – The Curious Case Of Benjamin Button
John Patrick Shanley – Doubt

Best Original Score – Motion Picture
Alexandre Desplat – The Curious Case Of Benjamin Button
Clint Eastwood – Changeling
James Newton Howard – Defiance
A. R. Rahman – Slumdog Millionaire
Hans Zimmer – Frost/Nixon

Best Original Song – Motion Picture
„Down To Earth“ – Wall-E
„Gran Torino“ – Gran Torino
„I Thought I Lost You“ – Bolt
„Once In A Lifetime“ – Cadillac Records
„The Wrestler“ – The Wrestler


Die Golden Globes 2009

12. Dezember 2008

[UPDATE: Die Gewinner findet man jetzt hier]

Woran merkt man, dass der Winter angekommen ist selbst zu Zeiten globaler Erwärmung? An der Oscarsaison  natürlich. Die beginnt im Gegensatz zum launischen Wetter verlässlich wie immer mit den Preisen der diversen Kritikervereinigungen in den USA und nimmt mit den Nominierungen für die Golden Globes schließlich volle Fahrt auf. Während jedoch die Gewinner der Academy Awards von knapp 6000 Professionellen aus der Filmindustrie gewählt werden, ist die Hollywood Foreign Press Association für die Globes verantwortlich. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich  dabei um Filmjournalisten, die für Publikationen außerhalb der USA arbeiten.

Der nicht unumstrittene Verein gab gestern seine Nominierungen für die 66. Zeremonie bekannt, die am 11. Januar 2009 in aller Welt ausgestrahlt werden wird. Abgesehen davon, dass Kritiker, nicht Filmschaffende, die Sieger auswählen, honorieren die Globes außerdem noch die besten Fernsehserien, -filme und -schauspieler. Die Globes sind also sozusagen eine Mischung aus den Emmys und den Oscars. Über den Sinn dieser Zusammensetzung darf diskutiert werden.

Ungeachtet dessen ist die Verleihung der wichtigste Gradmesser für die einen Monat später am 22. Februar stattfindende Verleihung der Academy Awards. Nachdem die letzten Oscars die schlechtesten Einschaltquoten aller Zeiten eingefahren hatten, trotz oder gerade wegen des starken Wettbewerbes mit „No Country For Old Men“, „There Will Be Blood“ und „Michael Clayton“, wurde der Ruf nach mehr Zuschauerfreundlichkeit laut.

Zuschauerfreundlichkeit heißt in diesem Zusammenhang: Nominieren wir doch Filme, die das breite Publikum auch gesehen hat! Da die Oscarsaison jedoch wie oben angedeutet zum Winter gehört, wie die CO2-Emission zum globalen Klimawandel, werden populäre Sommerblockbuster so gut wie gar nicht berücksichtigt.

Dass die Globes nun für „Massenware“ eine Lanze brechen, war nicht zu erwarten gewesen. Vielleicht wird es bei den Oscars ja anders aussehen. Die Auslandsjournalisten haben Filme wie The Dark Knight oder Iron Man jedenfalls so gut wie vollkommen ignoriert. „Iron Man“ ist sicher nicht der beste Film des Jahres, aber Robert Downey Jr. nur mit einer Nominierung als Bester Nebendarsteller („Tropic Thunder“) zu ehren, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Selbiges gilt für Heath Ledger.

And the nominees are…

Best Motion Picture – Drama
The Curious Case Of Benjamin Button
Frost/Nixon
The Reader
Revolutionary Road
Slumdog Millionaire

Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Drama
Anne Hathaway – Rachel Getting Married
Angelina Jolie – Changeling
Meryl Streep – Doubt
Kristin Scott Thomas – I’ve Loved You So Long
Kate Winslet – Revolutionary Road

Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Drama
Leonardo DiCaprio – Revolutionary Road
Frank Langella – Frost/Nixon
Sean Penn – Milk
Brad Pitt – The Curious Case Of Benjamin Button
Mickey Rourke – The Wrestler

Best Motion Picture – Comedy Or Musical
Burn After Reading
Happy-Go-Lucky
In Bruges
Mamma Mia!
Vicky Cristina Barcelona

Best Performance By An Actress In A Motion Picture – Comedy Or Musical
Rebecca Hall – Vicky Cristina Barcelona
Sally Hawkins – Happy-Go-Lucky
Frances McDormand – Burn After Reading
Meryl Streep – Mamma Mia!
Emma Thompson – Last Chance Harvey

Best Performance By An Actor In A Motion Picture – Comedy Or Musical
Javier Bardem – Vicky Cristina Barcelona
Colin Farrell – In Bruges
James Franco – Pineapple Express
Brendan Gleeson – In Bruges
Dustin Hoffman – Last Chance Harvey

Best Animated Feature Film
Bolt
Kung Fu Panda
Wall-E

Best Foreign Language Film
The Baader Meinhof Complex (Germany)
Everlasting Moments (Sweden/Denmark)
Gomorrah (Italy)
I’ve Loved You So Long (France)
Waltz With Bashir (Israel)

Best Performance By An Actress In A Supporting Role In A Motion Picture
Amy Adams – Doubt
Penelope Cruz – Vicky Cristina Barcelona
Viola Davis – Doubt
Marisa Tomei – The Wrestler
Kate Winslet – The Reader

Best Performance By An Actor In A Supporting Role In A Motion Picture
Tom Cruise – Tropic Thunder
Robert Downey Jr. – Tropic Thunder
Ralph Fiennes – The Duchess
Philip Seymour Hoffman – Doubt
Heath Ledger – The Dark Knight

Best Director – Motion Picture
Danny Boyle – Slumdog Millionaire
Stephen Daldry – The Reader
David Fincher – The Curious Case Of Benjamin Button
Ron Howard – Frost/Nixon
Sam Mendes – Revolutionary Road

Best Screenplay – Motion Picture
Simon Beaufoy – Slumdog Millionaire
David Hare – The Reader
Peter Morgan – Frost/Nixon
Eric Roth – The Curious Case Of Benjamin Button
John Patrick Shanley – Doubt

Best Original Score – Motion Picture
Alexandre Desplat – The Curious Case Of Benjamin Button
Clint Eastwood – Changeling
James Newton Howard – Defiance
A. R. Rahman – Slumdog Millionaire
Hans Zimmer – Frost/Nixon

Best Original Song – Motion Picture
“Down To Earth” — Wall-E
“Gran Torino” — Gran Torino
“I Thought I Lost You” — Bolt
“Once In A Lifetime” — Cadillac Records
“The Wrestler” — The Wrestler

Quelle: Variety [Dort sind auch die Fernsehkategorien einsehbar]


Billige Ausreden und unbezahlte Werbung

3. März 2008

Da ich in letzter Zeit nur zwei mir neue Filme gesehen habe, zu denen mir allerdings aus unterschiedlichen Gründen nicht genug einfällt, um eine Kritik zu schreiben, hab ich die Zeit stattdessen genutzt, auf meinen Lieblingsseiten zu schmökern, was es so an empfehlenswerten Artikeln gibt.

Die zwei Filme waren übrigens „In den Schuhen meiner Schwester„, der mir gefallen hat, obwohl ich ganz und gar nicht auf „Frauenfilme“ stehe und „Jiang Hu: The Triad Zone„, den ich mir nochmal angucken muss, um etwas vernünftiges schreiben zu können, jenseits von „Boah, ist der lustig!„.

Weniger Artikel als ganz große Unterhaltung ist dieser Blogeintrag meiner Lieblingskritiken- und Newsseite EmpireOnline zum Thema „The Ten Moviegoing Commandments„.

Zwei Beispiele:

Nummer 4: Thou shalt not covet thy neighbour’s cupholder

Nummer 7: Thou shalt not accept calls from thine drug dealer during the film

Endlich hat jemand den Mut gefunden, uns im Kino stets belästigten Cineasten aus dem Herzen zu sprechen und der Welt mitzuteilen, wozu man in der dunklen Höhle der Unterhaltung überhaupt sitzt: Um Filme zu schauen! Hail thee, James Dyer!

Ebenfalls unterhaltsam und sozusagen ein Nachtrag zur Oscarverleihung ist diese Zitatesammlung der britischen Times, die die besten Jokes von Host Jon Stewart noch einmal zusammen getragen hat.

Ein Auszug:

„Normally when you see a black man or a woman president, an asteroid is about to hit the Statue of Liberty.“

„There are three pregnant ladies with us tonight. Jessica Alba. Cate Blanchett. Nicole Kidman. And the baby goes to…. Angelina Jolie. I’m stunned. Angelina couldn’t be with us tonight, it’s tough to get 17 babysitters on Oscar night.“

„Away From Her is about a woman who forgets about her husband. Hillary Clinton called it the feelgood movie of the year.“

Zu guter Letzt diskutiert ein Artikel des Guardian mit dem vielversprechenden Titel „Bring on the Creepy Girls“, warum amerikanische Remakes asiatischer Horrorfilme tendenziell schlechter sind, als die Originale. Mit einer Ausnahme, „The Ring“.


Und der Preis für die kürzeste Oscarverleihung mit dem schlechtesten Tribute geht an…

27. Februar 2008

Die Gewinner sind bekannt, die Berichterstattung flaut ab, das Schlafdefizit ist behoben. Die Awardsseason ist nun vorbei, zumindest die amerikanische. Was haben wir daraus gelernt? Trotz der Remakemanie, die derzeit in Hollywood grassiert, ist ein erstaunlich guter Wettbewerb zustande gekommen.

Die Gebrüder Coen haben zu alter Stärke zurückgefunden und wurden dafür mit vier Oscars belohnt. Die Literaturverfilmung No Country for Old Men nach Cormac McCarthy war der Gewinner des 80. Oscarabends. Wie vor einem Jahr gingen die Preise für die Beste Regie und den Besten Film Hand in Hand an den selben Film.

Paul Thomas Anderson musste der Bühne während der erstaunlich kurzen Zeremonie fern bleiben. Sein achtmal nominiertes Ölepos There Will Be Blood erhielt am Ende nur zwei Preise, kam damit allerdings besser weg, als seine vorherigen Filme Boogie Nights und sein Meisterwerk Magnolia, die jeweils leer ausgegangen waren. Neben der Besten Kameraführung ging wie (leider) erwartet der Preis für den Besten Hauptdarsteller an Daniel Day Lewis. Den überreichte ihm Helen Mirren, die letztes Jahr eine ähnlich überraschungslose Favoritenrolle eingenommen hatte. Als Belohnung gab’s noch einen Ritterschlag von der „Queen“.

Der ausgeglichene Wettbewerb war wohl auch ein Grund für die miserablen Einschaltquoten in den USA. Das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Ratings 1974 erzielte die Show. Die Quoten waren in der Vergangenheit immer hoch gewesen, wenn ein Blockbuster alle Preise absahnen konnte. Das langweilige Titanic-Jahr war deswegen das erfolgreichste. Am Montag nun standen fast nur Independentproduktionen zur Disposition, kein Wunder also, dass ein solcher Einbruch erfolgen musste. Die negative Publicity rund um den Autorenstreik muss ihr übriges dazu getan haben.

Jon Stewart jedenfalls kann man keine Schuld zuweisen. Bedenkt man, dass er nur zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung hatte, ist seine Leistung bemerkenswert. Selbst kritische Witze über die Irakpolitik konnte man von ihm hören. An seine Bissigkeit in der Daily Show kommt er zwar noch nicht heran, aber das kann ja noch werden. Er übertraf jedenfalls locker andere Hosts der letzten Jahre, wie Ellen DeGeneres, Whoopie Goldberg und Chris Rock. Mein Lieblingsmoment der Show war dann auch, als er die Mitgewinnerin des Preises für den Besten Song aus dem Film Once noch einmal auf die Bühne holte, damit auch sie eine Gelegenheit bekommen konnte, ihre Dankesrede zu halten.

Ich geb es zu, der sentimentale Aspekt der Oscarshow ist mir immer schon einer der wichtigsten gewesen. Ob Zusammenschnitte vergangener Sieger oder die Erinnerung an verstorbene Filmschaffende, die Liebeserklärungen ans Kino sind für mich die emotionalsten Momente des Abends.

Dieses Jahr enttäuschte besonders der In Memoriam-Teil. Die Unsitte, bei bestimmten Verstorbenen zu klatschen, bei anderen nicht, begleitet die Oscars ja schon seit der Einführung dieser Tradition in den Neunzigern. Am Montag blieb dann sogar der Beifall für Michelangelo Antonioni aus, unbestritten einer DER größten, besten, wichtigsten Regisseure der Kinogeschichte. Anspruchsvolle Filmkost bekommt der Academy wohl nicht.

Wie Hollywood es den tragischen Opfern der Filmindustrie dankt, zeigte die fehlende Erinnerung an den Tod Brad Renfros, ehemaliger Kinderstar aus Der Klient, Sleepers und Der Musterschüler, der Anfang des Jahres an einer Überdosis Heroin gestorben war.

Den Verstorbenen würdige drei Minuten des Gedenkens hatten dagegen die diesjährigen BAFTA-Awards zu bieten:

Eine überragende Oscarshow gab es dieses Jahr wirklich nicht, was angesichts des Jubiläums etwas enttäuschend ist. Gestern habe ich mir bei YouTube ein paar Ausschnitte aus der BAFTA-Verleihung angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Oscars dringend mal eine Modernisierung benötigen.

Wie wäre es, statt schmalziger Streichermusik dynamische Popsongs zur Untermalung zu nutzen? Bei den BAFTAs wurde selbst der Tribute an Anthony Hopkins mit Britpop unterlegt und es wirkt klasse. Wie wäre es mal, die 30 Sekunden-Regel für Dankesreden abzuschaffen? Das unflexible Einsetzen der Musik an den emotionalsten Momenten ist einfach nur peinlich. Aber das nur am Rande.

Alle Gewinner findet man (überraschenderweise!!!) auf der Homepage der Oscars.

Ich freu mich schon auf den Winter, wenn der Oscarbuzz wieder losgeht…


Die BAFTAS

12. Februar 2008

Die BAFTA-Gewinner sind nun auch bekannt:

Wie es zu erwarten war, hat Atonement (Abbitte) den Preis für den Besten Film gewonnen.

Überrachend ist da wohl eher die Dominanz von La vie en rose, der die meisten Preise abgeräumt hat.

Der Beste Britische Film wurde This is England.

Alle Gewinner gibt es auf der Homepage der British Academy of Film and Televion Arts.


And the nominees are…Pt.II

22. Januar 2008

Nach der Mitteilung der Golden Globe-Sieger kann man die Oscarnominierungen kaum als überraschend bezeichnen. Die magere Ausbeute von Ridley Scotts American Gangster ist zu begrüßen. Ungewöhnlich ist, dass Abitte-Regisseur Joe Wright in der Kategorie Beste Regie leer ausgeht.

Sweeney Todd wurde leider weitgehend in den wichtigen Kategorien übergangen. Dafür darf sich Johnny Depp Hoffnungen auf einen Oscar machen. Die Konkurrenz ist jedoch stark. Das dürfte einer der besten Wettbewerbe seit Jahren werden. Kein Film in den wichtigen Kategorien kann auch nur annähernd als Totalausfall abgestempelt werden.

Die Rechnung sieht nun folgendermaßen aus (sofern ich mich nicht verzählt habe):

There will be Blood: 8 Nominierungen
No Country for Old Men: 8 Nominierungen
Abbitte: 7 Nominierungen
Michael Clayton: 6 Nominierungen

Eine Auswahl der Nominierungen der 80. Academy Awards:

Bester Film
There Will Be Blood
No Country For Old Men
Atonement
Juno
Michael Clayton

Beste Regie
Paul Thomas Anderson – There Will Be Blood
Joel und Ethan Coen – No Country For Old Men
Julian Schnabel – The Diving Bell and the Butterfly
Jason Reitman – Juno
Tony Gilroy – Michael Clayton

Bester Darsteller
Daniel Day Lewis – There Will Be Blood
George Clooney – Michael Clayton
Johnny Depp – Sweeney Todd
Tommy Lee Jones – In the Valley of Elah
Viggo Mortensen - Eastern Promises

Beste Darstellerin
Cate Blanchett – Elizabeth: The Golden Age
Julie Christie – Away From Her
Ellen Page – Juno
Marion Cottillard – La Vie En Rose
Laura Linney – The Savages

Beste Nebendarstellerin
Cate Blanchett – I’m Not There
Ruby Dee – American Gangster
Saoirse Ronan - Atonement
Amy Ryan – Gone Baby Gone Gone
Tilda Swinton – Michael Clayton

Bester Nebendarsteller
Casey Affleck – Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
Javier Bardem – No Country For Old Men
Phillip Seymour Hoffman – Charlie Wilson’s War
Hal Holbrook – Into The Wild
Tom Wilkinson – Michael Clayton

Bestes Originaldrehbuch
Diablo Cody – Juno
Nancy Oliver – Lars and the Real Girl
Tony Gilroy – Michael Clayton
Brad Bird/Jan Pinkavar/Jim Capobianco – Ratatouille
Tamara Jenkins – The Savages

Bestes adaptiertes Drehbuch
Paul Thomas Anderson – There Will Be Blood
Joel und Ethan Coen – No Country For Old Men
Julian Schnabel - The Diving Bell and the Butterfly
Christopher Hampton – Atonement
Sarah Polley – Away From Her

Bester Animationsfilm
Persepolis
Ratatouille
Surf’s Up

Alle Nominierungen findet man entweder hier oder auf Oscars.org.