Exground Filmfest 2009 (2)

29. November 2009

Montag:

My Suicide (USA 2008)

Ein Teenager kündigt in der Medienklasse seinen Selbstmord vor laufender Kamera an. Der sich daraus entfaltende Bildersturm von David Lee Miller hat u.a. auf der Berlinale, beim Raindance, in Seattle und schließlich auch in Wiesbaden Preise eingesackt und jeden einzelnen davon verdient. Die Tour-de-Force-Darstellung von Gabriel Sunday, der auch an Schnitt und Drehbuch beteiligt war, trägt den Film, der behände zwischen existentialistischer Angst,  Vorstadt-Abstumpfung und trauriger Ironie zu manövrieren weiß. Ein kleines Meisterwerk.

Die Anwälte – Ein Deutsche Geschichte (D 2009)

Einzig die monoton und betont dramatisch daher hämmernde Musik würde ich an der Dokumentation von Birgit Schulz kritisieren. Für einen Film, dessen Stars die interviewten Anwälte sind, ist soviel Aufregung gar nicht nötig. Schulz verfolgt die Lebenswege von Horst Mahler, Otto Schily und Hans-Christian Ströbele, die in den 60er Jahren als Anwälte der Außerparlamentarischen Opposition und später der RAF aufeinander treffen und danach Biografien entwickeln, die an Unterschiedlichkeit kaum zu überbieten sind. Auf diese drei Gesprächspartner beschränkt sich die Doku und auf den archivarischen Rückblick auf ihre gemeinsame und später getrennte Zeit. Dabei entstanden sind Porträts von ungleicher Intimität. Während Mahlers radikaler Wandel vom Anwalt der Linken zum Verehrer des Nationalsozialismus bis zum Ende ein  Mysterium bleibt, erscheint Ströbele als unverbesserlicher Idealist (lies: Träumer). Doch herausragende Eigenschaft der Doku ist ihre Annäherung an Otto Schily, dessen Proteste gegen die Abhörmaßnahmen in Stammheim seinem späteren Wirken als Innenminister gegenüber gestellt werden. Und Schily beweist v.a. eins: Ehrlichkeit. Eine Ehrlichkeit, die am Ende vielleicht mehr über ihn aussagt, als ihm lieb ist.

Dienstag:

Delta (U/D 2008)

Arthouse-Kino wie es im Buche steht. Im Buche der ausgelutschten Arthouse-Klischees. Auch wenn der einen Tag später gezeigte „Autumn“ in dieser Hinsicht noch problematischer ist, kommt einem „Delta“ von Kornél Mundruczó irgendwie bekannt vor. Wortkarge Protagonisten bewegen sich vor dem Hintergrund atemberaubender Landschaften   und das über die Dauer von zwei Stunden. Das mag beim Kino der Fünften Generation in den 80er Jahren noch spannend gewesen sein, bringt einem zumindest in der Form von „Delta“ aber nur eine Erkenntnis: Inzest ist keine gute Idee. Ach wirklich?

Not Quite Hollywood – The Wild, Untold Story of Ozploitation (AUS 2008)

Australien, das Land elegischer Kunstfilme über Picknicke an kommerziell ausgeschlachteten Möchtegern-Feiertagen? Nix da! Sex, Gewalt und Action betören auch die Aussies, das beweist die rege Kultur der Exploitation-Filme, die sich in den 70er und 80er Jahren am anderen Ende der Welt entwickelt hat. Die u.a. von Quentin Tarantino kommentierte Doku gibt einen unterhaltsamen, aber auch unübersichtlichen, weil zu unaufmerksamen Überblick über die Sex-, Splatter- und Actionfilmchen, die in diesen Jahren entstanden sind. Für Leute, die „Patrick“ nicht von „Alvin Purple“ unterscheiden können, liegt die Gefahr der Verwirrung in der Luft. Mark Hartleys Film macht allerdings auch Lust, nochmal einen Blick auf Klassiker wie „Mad Max“, „Long Weekend“ und „The Man From Hong Kong“ zu werfen. Für Fans der genannten Genres ist die Doku natürlich eine ellenlange Einkaufsliste.

Mittwoch:

Glowing Stars (S 2008)

Filme über die Leiden und Freuden der Pubertät laufen anscheinend immer nach dem selben Muster ab. Diesem, bestehend aus dem Ersten Mal, dem ersten Besäufnis, dem ersten Gesetzesbruch, dem ersten Herzschmerz, der schlussendlichen Akzeptanz des eigenen Daseins, folgt auch der schwedische Beitrag „Glowing Stars“. Überraschend an der ganzen Sache ist nun, dass die qualitative Dichte der Youth Days beim Exground trotzdem überzeugt hat. Ungeachtet einer gewissen Vorhersehbarkeit ist beispielsweise Lisa Siwes Film ein ehrlicher und ungeschönter Blick auf den jugendlichen Trotz seiner Protagonistin, mit dem man nicht immer sympathisieren, den man aber immer nachvollziehen kann.

Autumn (TR/D 2008)

Arthouse-Kino in extremo Part Deux. Ich mag Arthouse-Filme sehr. Ich mag Filme, in denen augenscheinlich nichts passiert, die einem  am Ende aber dennoch zurücklassen, als hätte man gerade in mitten eines Wirbelsturms gesessen. Ich mag Filme, die schwer bis gar nicht zu verstehen sind. Ich mag Filme, die keine Geschichten erzählen, sondern Stimmungen. Aber „Autumn“, nun ja, den mag ich gar nicht. Trotz schöner Landschaften, endloser Aufnahmen vom Meer (bei mir immer ein Pluspunkt), sich anschweigender Figuren, nicht vorhandener Charakterisierungen und hoch symbolischer Aufnahmen am Ende.

Claustrophobia (HK 2008)

Eine office romance, die man nur in dezenten Blickwechseln zu sehen bekommt. Zunächst erzählt die vormalige Drehbuchautorien Ivy Ho („Comrades – Almost a Love Story“) in ihrem Regiedebüt wie Tom (Ekin Cheng) seine Arbeitskollegin Pearl (Karena Lam) bittet, sich einen anderen Job zu suchen. Anschließend springt sie ein paar Wochen, dann ein paar Monate usw. zurück, um in Episoden Auseinanderbrechen und Entstehen der leisen, nie ausgelebten Liebesgeschichte zu zeigen. Ein weitgehend leiser, subtiler Film, der nur selten fehl tritt in seinen Entscheidungen und in kleinen Gesten die größten Gefühlswallungen zu offenbaren weiß.

Donnerstag:

Zweier Ohne (D 2009)

An die starke skandinavische und amerikanische Konkurrenz bei den Youth Days kam der deutsche Beitrag „Zweier Ohne“ in keiner Weise heran. Die Geschichte zweier Kumpels, die sich beim Rudern ein bisschen zu stark miteinander zu identifizieren beginnen, sich daraufhin den Schädel kahl rasieren, die gleichen Klamotten tragen und wie die letzten Trottel herumlaufen, ist dermaßen überkonstruiert, dass es schon wieder wehtut. Ein Haus unter einer nie fertig gestellten Autobahnbrücke, von der sich Nacht für Nacht die Selbstmörder stürzen? Als wäre die Rudermetapher noch nicht genug, wird der Film mit Hausfrauen-Symbolik dermaßen überladen, dass auch die überflüssige, da retardierende Erzählstimme nur noch ein Übel unter vielen ist.

Camino (E 2008)

Ein Film, der jede Beschreibung schwer macht. Eine Leidensgeschichte. Ein Familiendrama. Eine Satire. Eine beißende Kritik am Opus Dei. Ein Fantasy-Film. Ein Märchen. Ein Film über Religion und ihren Ge- und Missbrauch. Ein sehr guter Film eben. Sechs Abstauber bei den diesjährigen Goyas sprechen aber auch für sich.

4bia (TH 2008)

Vier Kurzfilme von vier thailändischen Horror-Spezialisten. Einer eine spannende Übung im Horror mittels einfachster Soundeffekte und einem Handy. Einer ein miserabler, von schlechten Effekten erdrückter übernatürlicher Rachefilm mit grausigem „CSI: Miami“-Schnitt. Ein amüsanter Rafting-Trip gone bad, der sich herrlich über die eigenen Genre-Regeln lustig macht. Ein altmodischer Rache-einer-eifersüchtigen-Ehefrau-aus-dem-Grabe-Film mit einem interessanten Setting (leeres Flugzeug) und einigen Schockern. Fortsetzung ist schon in Arbeit.

Freitag:

West of Pluto (CDN 2009)

Eigentlich passiert nicht viel in „West of Pluto“, doch die Art und Weise, wie die beiden Regisseure Henry Bernadet und Myriam Verreault die Abendgestaltung ihrer jugendlichen Hauptdarsteller in Szene setzen – wie ein zweistündiges Air-Video nämlich – zeichnet ihren ruhigen Film aus. Während andere Jugendfilme ihre Stories mit Dramen anreichern, beobachtet „West  of Pluto“ den selten spektakulären Alltag einer Gruppe von Jugendlichen in einer Vorstadt von Québec. Die proben eben mit ihren Metal-Bands, diskutieren über die Unabhängigkeit ihrer Heimat und gehen Abends feiern. Alles kommt einem bekannt vor, alles entwickelt aus den unspektakulären Momenten eine melancholische Kraft, die im Programm der Youth Days einzigartig ist. Und ja, der Film handelt auch alle bekannten Meilensteine der Pubertät in einer einzigen Nacht ab.

Bomber (USA/GB 2009)

Ein alternder Brite möchte sich in einem deutschen Dorf dafür entschuldigen, dass er es während des Zweiten Weltkriegs aus Versehen bombardiert hat. Also macht sich Alistar mit seinem widerwilligen Sohn und seiner Frau auf nach Deutschland. Im Auto natürlich. Ein Roadmovie der  etwas anderen Art hat Paul Cotter mit „Bomber“ gedreht, dass zugleich Komödie und Familiendrama ist. Dabei umgeht Cotter die Tücken und Klischees des zu erwartenden Culture Clashs und präsentiert doch eine erfrischende Außenseiterperspektive auf Deutschland. Ein bisschen länger hätte „Bomber“ schon dauern können. Das ist aber ein gutes Zeichen.

Samstag:

Daytime Drinking (ROK 2008)

So „Indie“ ist „Daytime Drinking“, dass man sich manchmal fragt, wie viel (oder wie wenig) Geld die verwendete Digitalkamera gekostet hat. Unter Liebeskummer leidend findet sich jedenfalls unser Held in der verschneiten Pampa wieder. Eigentlich wollten ihn seine Freunde mit einem Kurztrip aufmuntern, doch sind diese gar nicht aufgetaucht. Ein handfester Kater ist Schuld. Was nun folgt, wird im Titel schon akkurat beschrieben. Unfreiwillig macht der Leidende auf seiner Odyssee Bekanntschaft mit allerhand seltsamen Gestalten und immer wird beim Geplauder getrunken. Kein Wasser, versteht sich. So entwickelt sich aus einem Trinkgelage nach dem anderen eine Art skurrile Katharsis vom Liebeskummer. Auch nüchtern zu empfehlen.

Nokan (J 2008)

Ohne den Oscar wäre „Nokan“ (a.k.a. „Departures“) ein drolliger Blick auf ein unbekanntes Gewerbe, der erst am Ende von den Komödienanteilen Abstand nimmt und nach allen Regeln der Kunst ein wohl auch in Hollywood verfilmbares Drehbuch durchexerziert. Nicht schlecht, manchmal dank allzu melodramatischer Musik (Die Streicher kommen! Taschentuch heraus!) und dem grimassierenden Spiel von Masahiro Motoki etwas nervend und in seinen Wendungen ein bisschen schematisch. Ein Film eben, der mehr durch die Tatsache besticht, dass er ein bestimmtes Thema behandelt, als durch die Art und Weise wie er es macht. Geschniegelt, sauberes, rundes Kommerzkino made in Japan. Nach dem Oscar gelten noch immer alle genannten Punkte. Hinzu kommt ein Fragezeichen, das sich ähnlich wie bei „Slumdog Millionaire“ schnell wieder in Luft auflöst. Für dieses Jahr eine passende Wahl. Wenn auch keine besonders herausragende.

Black Dynamite (USA 2009)

Hier lass’ ich mal die Bilder sprechen:


Exground Filmfest 2009 (1)

16. November 2009

Die Internetflaute ist überstanden, Wiesbaden versinkt im Regen und der vierte Tag des 22. Exground Filmfests ist angebrochen. Auf vier Spielstätten verteilt, darunter die prachtvolle Caligari-Filmbühne und das gemütliche Alpha Kino, ergründen verschiedene Reihen das Weltkino der Marke „unabhängig“. Als Highlights haben sich bisher herausgestellt die Youth Days, American Independents und wie auch letztes Jahr die News from Asia. Den Länderschwerpunkt kann Schweden für sich beanspruchen.


Freitag:

I Sell the Dead (USA 2008)

Das Spielfilmdebüt von Glenn McQuaid lief ja bereits beim Fantasy Filmfest. Doch auch die zweite Sichtung ließ den Eindruck nicht verschwinden, dass es sich hier um einen mühsam auf Spielfilmlänge ausgedehnten Kurzfilm handelt. Die mit allerhand Potenzial ausgestattete Prämisse – eine Art Hammer-Horrorkomödie über zwei Leichenfledderer – wird nicht voll ausgeschöpft. Stattdessen krankt der Film an seiner espisodenhaften Struktur, dem oftmals fehlenden Timing und ermüdenden, v.a. Zeit schindenden Dialogen. Nach dem FFF war meine Haltung noch etwas positiver, wie man hier nachlesen kann.

Samstag:

Moruk / Jedem das Seine / Fliegen (D 2009)

Neues aus Deutschland heißt eine Reihe, in deren Rahmen am Samstag drei mittellange Kurzfilme gezeigt wurden, die sich alle auf sehr unterschiedliche Weise mit Deutschland als Einwanderungsland auseinandersetzen. So erzählt „Moruk“ von Serdal Karaca ausschnitthaft aus dem Leben der beiden unterschiedlichen Jungs Hakan und Murat, die unentschieden vor dem Weg in die Erwachsenenwelt stehen, unsicher darüber, ob sie überhaupt einen Schritt weiter gehen wollen. So vertreiben sie ihre Zeit mit Warten, Kiffen, Spaß haben. Ihnen dabei zuzuschauen macht ungeheuer Spaß, doch unter der witzelnden Schale der beiden steckt die Unsicherheit über das „wohin“; eine Frage, deren Antwort Regisseur Karaca subtil und ohne Zeigefinger aus seinen Schwarweißbildern herauspellt, ohne seinen Humor zu verlieren.

Weniger gelungen, weil allzu offensichtlich in seiner belehrenden Herangehensweise ist da „Jedem das Seine“, dessen Titel eigentlich schon selbsterklärend ist. Zwei Brüder werden in einem Verhöhrzimmer mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Der eine ist Polizist, der andere soll eine Frau zusammengeschlagen haben. Aus dieser Konstellation, die alle Anlagen zum Kammerspiel mitbringt, entsteht stattdessen ein groß angelegtes Drama auf kleinem Raum, das all zu viel für den Zuschauer ausbuchstabiert, ohne dass die Figuren eine für die Spielzeit angemessene Wandlung vollziehen. Hinterher ist man leider so klug als wie zuvor.

Ganz anders funktioniert da „Fliegen“, der zwanzig Minuten kürzer und mit hohem Durchschnittstempo eine einfache Episode so intensiv zu erzählen vermag, dass die Konkurrenz gelb vor Neid anlaufen sollte. Auf ihrem Dachboden versteckt darin die Studentin Sarah (Sandra Hüller) den von der Abschiebung bedrohten Dima (Jakob Matschenz). Sie braucht ihn für ein Filmprojekt über junge Ausländer, er braucht sie, weil ihm keine andere Heimat geblieben ist. In kurzer Zeit entwickelt Regisseur Piotr J. Lewandowski daraus die Miniatur einer großen Tragödie, die sich das an dieser Stelle häufig gemiedene Prädikat „besonders authentisch“ mehr als verdient hat.

Humpday (USA 2009)

Zwei heterosexuelle Kumpels wollen sich für ein Kunstporno-Festival beim Sex filmen. Was wie der Aufhänger für eine platte Komödie klingen mag, nimmt Lynn Shelton zum Anlass, einen unglaublich unterhaltsamen Film über die ungeahnte Dynamik einer Männer-Freundschaft zu zaubern, ohne den lockenden Klischees zu erliegen. Ein an der Grenze zur Perfektion wandelnder „Hangover“ für die Arthouse-Crowd. Toll.

Captain Berlin versus Hitler (D 2009)

1973 muss der erste (und letzte?) deutsche Superheld Captain Berlin gegen das wiederbelebte Gehirn Hitlers, dessen SS-Gehilfin Dr. Ilse von Blitzen (!) und den sprichwörtlich roten Dracula antreten. Genug Stoff, mit dem Jörg Buttgereit in seinem Theaterstück einen bunten Trash- und Stilmix generiert, irgendwo zwischen Theater, Film und Comic. Nach Jahren langweiliger Theater-Abfilmungen kaum zu glauben, wie viel hier aus dem Geschehen auf der Bühne gemacht wurde. Dabei werden die nachträglich hinzugefügten, deutlich von Tarantinos und Rodriguez’ „Grindhouse“-Experiment inspirierten, Elemente nahtlos mit der Aufführung verschweißt.

Sonntag:

Forbidden Fruit (Fin 2009)

Zwei Teenager aus einer erzkonservativen christlichen Gemeinschaft gehen in die große Stadt, um das Leben kennenzulernen. Was zum belehrenden Manifest gegen die im Film gezeigte Religionsgemeinschaft hätte werden können, bleibt zwar nicht unkritisch, ist sich glücklicherweise aber der Komplexität seines Themas bewusst. Maria und Raakel werden nicht ohne weiteres in tanzende, weltoffene Teenies verwandelt. So einfach ist die Welt eben nicht. Stattdessen plagen sie Glaubenskrisen und die Erkenntnis, dass im freizügigen Leben abseits ihrer abgeschotteten Herkunft das Scheitern mit inbegriffen sein kann. Im wesentlichen ist „Forbidden Fruit“ jedoch ein Film über die Qualen und Segnungen der Pubertät und des Erwachsenwerdens, die eben jeder auf seine Weise bestreiten muss.

Below Sea Level (USA/I 2009)

Jeder hat eine Geschichte zu erzählen in „Below Sea Level“ und meistens sind es Geschichten von Schicksalsschlägen und der Herausforderung, sich hinterher wieder aufzuraffen und nicht allen ist das gelungen. Sie leben in der Wüste südöstlich von Los Angeles. Alte Busse, Campingwagen, Autos, Zelte sind ihr Zuhause in dieser menschenfeindlichen Umgebung. Vier Jahre lebte Gianfranco Rosi unter diesen Exilanten der Zivilisation und man merkt dem Film an, dass diese ein großes Vertrauen zum Regisseur gefasst haben müssen. Tag und Nacht begleitet Rosi den Alltag der Obdachlosen, deren Kampf ums Überleben man in ihren verwitterten Gesichtern ablesen kann. 129 Fuß unter dem Meeresspiegel sind ihre Unterkünfte gelegen und man kann Rosi nur dankbar sein, dass er abgetaucht ist, um ihre Geschichten einzusammeln.

Antique (ROK 2009)

„This Film is all over the place“ würde man im Englischen sagen, denn „Antique“ ist ein Musterbeispiel all dessen, was am koreanischen Kino nerven und gefallen kann. Wie eine Komödie fängt der Film über die charmanten Eskapaden in einer Konditorei an, um dann noch ein weiteres, nicht gerade nahe liegendes Genre (Tipp: es hat mit Serienkillern zu tun) mit in die knapp 110 Minuten Laufzeit zu quetschen. All das wird mit einer vor Fantasie übersprudelnden Geschwindigkeit erzählt, die man gesehen haben muss, um sie zu glauben. Strange.


Visions of China 2009

2. November 2009

China ist groß. Das wissen selbst Menschen, die keinen Zugang zu Wikipedia haben. Seit den frühen 80er Jahren – mit dem ersten Jahrgang der Beijinger Filmakademie, dem u.a. Zhang Yimou und Chen Kaige angehörten – ist die Filmindustrie im Reich der Mitte im Wiederaufbau begriffen. Doch selbst heute ist ihr kommerzielles Potenzial noch nicht vollständig erschlossen, bedenkt man, dass der Ausbau der Kinos noch im vollen Gange ist.

Immer dem potenziellen Konflikt mit der Zensurbehörde SARFT ausgesetzt, bewegen sich die Filme, ob Mainstream oder Kunst, bekanntlich auf dünnem Eis. Auf diesen Konflikt sollte man die Auseinandersetzung mit der fernöstlichen Filmindustrie jedoch nicht reduzieren, auch wenn das deutsche Feuilleton leider dazu neigt. Konform oder kritisch – das sind Kategorien, die jegliche Grautöne vermissen lassen. Kann man die Werke von Feng Xiaogang unbeachtet lassen, weil er Star-Vehikel dreht, welche die Kassen füllen, statt mit der Handkamera verbotenerweise in Shanghai unterwegs zu sein? Das Filmfestival Visions of China bot jedenfalls eine hervorragende Gelegenheit, sich mit einer Auswahl von kleinen und großen Filmen dem aktuellen Geschehen im Filmland China anzunähern, die nicht zum üblichen Festival-Futter gehören. In einem Special, das beim MANIFEST erschienen ist, kann man nun etwas über die diesjährige dritte Ausgabe des Festvals lesen.


Geisha vs Ninjas (J 2008)

10. September 2009

Robogeishas, Machine Girls und die Gore Police – die Japaner wissen, wie man Fans mit eingängigen High Concept-Titeln den Mund wässrig macht. Wer bei Geisha vs Ninjas nun einen blutigen Abstecher in anarchische Trashgefilde erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Trashig ist der Low Budget-Film zwar auf eine sehr erheiternde Weise allemal, aber auch ziemlich straightforward, weder subversiv noch geschmacklos und stellenweise sogar ernst. Größter Kritikpunkt ist allerdings die nur geringe Anzahl von Ninjas, deren prominentes Auftreten der Titel schließlich verspricht, aber vielleicht hatten die ja alle Angst vor der gut gekleideten Dame. An den  Ersatzkämpfern, welche sich der mit dem Schwert antretenden Geisha in den Weg stellen, ist aber auch nichts auszusetzen. Mehr über ihren Rachefeldzug kann man beim MANIFEST nachlesen.


Recyclo Transformers (PH 2007)

6. September 2009

Nicht nur haben die Hauptdarsteller so fantastische Namen wie Ramon ‘Bong’ Revilla Jr. und Dingdong Dantes (Dingdong klingt wesentlich eingängiger als Edmond), nein, der Titel ist auch noch ein sicher nicht intendierter Kommentar zur Quelle der Inspiration von Regisseur Mark A. Reyes. Egal, ob sich Reyes dessen bewusst war oder nicht, sein „Transformers“-Verschnitt recycelt nicht nur bekannte Motive aus noch bekannteren Hollywoodfilmen, sondern trägt mit seiner Betonung philippinischer Selbstbestimmung und -verteidigung im Angesicht einer Alien-Invasion auch sein gewaltiges Selbstbewusstsein zur Schau. Recyclo Transformers ist wohl die Art Film, welche man nach Ansicht eines Streifens von Brillante Mendoza („Kinatay“) anschauen muss, um den Sprung aus dem Fenster zu verhindern. Meine Kritik zu diesem filmischen Antiserum findet man beim MANIFEST.


Aus gegebenen Anlass: TV-Tipps

4. September 2009

Regelmäßige TV-Tipps soll es hier keineswegs geben. Das machen andere Blogs wesentlich besser. Sonderlich hilfreich ist es auch nicht, dass sich mein Fernsehkonsum zunehmend auf Kulturzeit, Tracks und Taff reduziert (die gesunde Mischung), aber angesichts der überraschenden geschmacklichen Entwicklung des „Wir lieben Kino“-Senders Tele 5, sei an dieser Stelle mal eine Ausnahme gemacht, ganz zum Wohle der interkulturellen Bildung unserer Leser natürlich.

Dem ein oder anderen gescheiten Leser mag es schon aufgefallen sein, aber es sind unglaublich subtile Zeichen, welche daraufhin deuten. Eine ganze Kategorie widmet sich seinen Filmen, in jedem zweiten Post wird er erwähnt und über so gut wie jeden seiner Schritte berichtet. Ja, the gaffer ist eine inoffizielle Johnnie To-Fanpage, nur Lutz hat das noch nicht gemerkt, sonst wäre er schon längst verschwunden (wie bei Filmabenden alle Anwesenden, wenn ich eine To-DVD zur Auswahl stelle). In Deutschland ist der Action-Auteur nämlich noch schwer unterschätzt, weshalb es doch ein klitzekleines bisschen verwunderlich ist, dass ausgerechnet Tele 5 dem Mann eine ganze Reihe widmet. Arte wäre die logische Wahl gewesen. Wie dem auch sei, den To-Missionar freut’s, denn da seine Filme hierzulande meist entweder gar nicht, auf DVD oder nur auf Festivals zu sehen sind, läuft die Konfirmation der neu gewonnenen To-Gläubigen etwas schleppend. Fernsehausstrahlungen könnten bei der Erweiterung der Gemeinde also ganz hilfreich sein.

Freitag, 11.09., 23.50 Uhr (Tele 5)

Election (HK 2005) Kritik

Tele 5 ist clever oder der Zufall regiert. Für alle, die Angst vorm klassischen Hongkong-Kino oder den Klischees von diesem haben, weil sie in ihrer Jugend zu vielen John Woo-Filmen ausgesetzt wurden, ist „Election“ vielleicht das perfekte Kontrastprogramm. Ein Gangsterfilm, der sich nicht in unfreiwillig komischen Blutgelagen aufhält, sondern minutiös die perfiden Mechanismen der jahrhundertealten Syndikate in Hongkong (genannt: Triaden) aufbröselt. Für Genrekenner absolut empfehlenswert und erst recht für alle, die Johnnie To nur für den „Typen mit den geilen Zeitlupen und der Gitarrenmusik“ halten. Herrn Tarantino bewarb den Film  übrigens 2005 etwas überschwänglich als „besten Film des Jahres“.

Freitag, 18.09., 23.25 Uhr (Tele 5)

Election 2 (HK 2006) Kritik

Der beste Film des Jahres 2005 war der Vorgänger wohl nicht, das zeigt schon der zwei Jahre später in der Geschichte einsetzende „Election 2″. Der setzt nämlich in jeder Hinsicht noch eins drauf und gehört mindestens in die Top 3 der besten Johnnie To-Filme. Die Geschichte der Triade wird an Hand einer erneuten Wahl von deren Führer weitergesponnen, doch haben nun die politischen Umstände ihren äußerst brutalen Einfluss auf die gar nicht faire Auseinandersetzung der Kontrahenten. Nicht nur eine entlarvende Darstellung der häufig glorifizierten Triaden und eine pessimistische Bestandsaufnahme Hongkongs in seiner Epoche als Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, sondern auch ein überaus verstörender Thriller.

Freitag, 25.09., 23.45 Uhr (Tele 5)

Fulltime Killer (HK 2001)

Alle, die Johnnie Tos Vielseitigkeit nun kennengelernt haben, dürfen sich in „Fulltime Killer“ an fast schon altmodischer Heroic Bloodshed-Action erfreuen. Zwar kommt der Film auf Grund der fehlenden Radikalität seiner Inszenierung und der überdreht cleveren Story nicht an Tos spätere Actionfilme wie „Exiled“ oder abstrakte Übungen wie „PTU“ heran, aber für kurzweilige Unterhaltung ist gerade auch dank des stets sympathischen Andy Lau in der Hauptrolle gesorgt.

Freitag, 02.10., 23.45 Uhr (Tele 5)

Running Out Of Time 2 (HK 2001)

Eigentlich ein kleiner Aussetzer in dieser Reihe, aber Tele 5 hat anscheinend nix anderes zu bieten. Der erste Teil ist ein brillant in Szene gesetztes und sehr unterhaltsames Katz- und Mausspiel der beiden Stars Andy Lau und Lau Ching-Wan, das mit überraschend sensiblen Seiten auftrumpft und einer der schönsten Busszenen der jüngeren Filmgeschichte. Die Fortsetzung, wiederum mit Lau Ching-Wan, einem der besten Charaktermimen Hongkongs, ist tendenziell überflüssig und leider auch noch mit Hongkongs charismalosen Holzblock Nummer Eins, Ekin Cheng, geschlagen.

(via)


Mother’s finest

2. September 2009

Vielleicht hat jeder mit „Thirst“ (zu deutsch „Durst“) von Park Chan-wook gerechnet, als es um die Frage ging, welcher Film dieses Jahr für Südkorea ins Oscarrennen geht und wahrscheinlich wird der Vampirstreifen international für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Dass sich die Koreaner (auch an den Kinokassen) stattdessen für ein Drama entschieden haben, in dem eine ältere Witwe die Unschuld ihres geistig behinderten Sohnes in einem Mordfall beweisen will, mag aber einiges über die Qualität von Mother aussagen.

Während „Thirst“ im Wettbewerb lief, wurde Bong Joon-hos aktueller Film ‘nur’ in der Reihe Un Certain Regard in Cannes gezeigt. Am Ende der Kritik zum Film bei Twitch wird dem Regisseur von „Memories of Murder“ und „The Host“ folgendes attestiert: „Can Bong Joon-Ho do no wrong? He probably can. Who knows, maybe one day he even will. But today? Oh mother, today’s not that day. Not by a long shot…

Im Gegensatz zu „Thirst“ hat „Mother“ noch keinen deutschen Starttermin. Aber das war ja eigentlich klar.

(via)


Kontrapunkt: Geplatzte Träume

25. August 2009

Der zerstörte Blick auf eine Beziehung, unerfüllte Liebe oder politische Erfolglosigkeit: drei sehr verschiedene Filme. Und einer davon ist manchmal sogar lustig.

Faubourg Saint-Denis (F/FL/CH 2006)

Der Beitrag von Tom Tykwer zur Kurzfilm-Kompilation „Paris je t’aime“ ist so, wie man es von einem der innovativsten deutschen Filmemacher gewohnt ist: schnell geschnitten, originell und emotional. Perfektes Kino eben über einen Zeitraum von sieben Minuten. Thomas (Melchior Beslon) wird von seiner Freundin Francine (immer noch zum Dahinschmachten süß: Natalie Portman) angerufen, die offensichtlich die Beziehung beenden möchte. Er erinnert sich daran, wie er die angehende Schauspielerin Francine beim Proben kennen lernte und lässt die gemeinsame Zeit Revue passieren. Dies geschieht im Zeitraffer mit schnellen Bilderfolgen, unterlegt mit einem dynamischen, treibenden Elektronik-Thema – bis zum überraschenden Ende. Ein kraftvolles Liebesdrama im Videoclip-Stil; ebenso rasant wie technisch perfekt. Bei DailyMotion kann man sich selbst überzeugen.

In the Mood for Love (HK/F 2000)

Nachdem mir „My Blueberry Nights“ von Wong Kar-Wai seinerzeit etwas schleppend in Erinnerung geblieben ist, wird er von „In the Mood for Love“ darin noch getoppt. Doch bevor es jetzt von meiner hiesigen Chefin Schläge in den Unterleib hagelt, sei schnell hinzugefügt, dass manchmal – eben hier – aus der Ruhe der Inszenierung auch sehr viel Kraft geschöpft werden kann. Selten wurde eine unerfüllte, oder besser: eine aus moralischen Gründen unmögliche Liebe stilisierter (wiederkehrende Zeitlupen mit ruhigen Musikthemen untermalt), aber auch psychologisch intensiver inszeniert. Man leidet förmlich mit. Und Maggie Cheung und Tony Leung spielen in diesem in den 60er Jahren angesiedelten Liebesdrama auch brillant zwischen Sehnsucht, tiefer Liebe und Moralbewusstsein. Da verzeiht man auch noch die platte Gefängnis-Gitterstäbe-Metapher und das – zumindest für mich – plötzliche Ende in einer Szenenfolge mit großem „Hä?“-Klärungsbedarf.

Horst Schlämmer – Isch kandidiere! (D 2009)

Die von Hape Kerkeling geschaffene Figur, ein Schmuddel-Journalist mit Alkohol- und Benimmproblemen ist bereits zum Kult avanciert. Warum also keinen Kinofilm drehen? Nun, dazu fallen mir mehrere Gründe ein. Die Grundidee, Herrn Schlämmer eine eigene Partei (HSP) gründen und für den Posten des Bundeskanzlers kandidieren zu lassen, ist zwar brillant. Doch gibt es auch in den launigen Interviews mit einigen Politikern kaum satirischen Spitzen auf den veranstalteten Wahlkampfzirkus zu konstatieren, sondern nur eher dümmlichen Klamauk. Selbiger setzt sich fort in einer ins Leere laufenden Nebenhandlung um das von sexueller Begierde geprägte Verhältnis von Schlämmer zu Alexandra Kamp (als sie selbst). Über Politik oder politische Ziele von den Parteien erfährt man wenig und die Spielszenen in diesem semi-dokumentarischen Film ohne wirkliche Handlung sind auch eher peinlich. Eine Handvoll gelungener Gags (u. a. Schlämmer bei Rapper Bushido) und Kerkelings Präsenz sorgen aber zumindest dafür, dass „Isch kandidiere!“ nicht gänzlich missraten ist. Mehr dazu von mir auf MovieMaze – da weisse bescheid!


Quentins Lieblinge

19. August 2009

Ich bin kein Tarantino-Fan, aber zugutehalten muss ich dem Mann, dass er sich über die Jahre hinweg seine Haltung als Filmbuff bewahrt hat. Da ist es nicht verwunderlich, dass alle Welt (oder zumindest diejenige englischsprachiger Filmblogs) derzeit seine Liste der 20 besten Filme der letzten 17 Jahre diskutiert. Warum 17 Jahre? Weil Quentin Tarantino 1992 mit „Reservoir Dogs“ seinen Durchbruch als Regisseur gefeiert hat. Die Liste und das Interview, dem sie entstammt, kann man unten einsehen.

Zu den Filmen: Was zunächst auffällt, ist die Tatsache, dass Tarantino mit „Fight Club“, „Boogie Nights“, „Dazed & Confused“ und „Matrix“ einige übliche Verdächtige für solch ein Unterfangen nennt. Nicht ein obskurer Streifen ist dabei, sind die genannten Filme doch alle außer „Anything Else“ (über den sich jeder zu wundern scheint) in ihren Heimatländern oder bei den Kritikern erfolgreich gewesen. Mit der Auswahl einiger asiatischer Filme, mag das nicht mehr der Multiplex-Mainstream sein, aber wer auch nur seine Fingerspitzen in die fernöstliche Filmwelt taucht, berührt zwangsläufig die genannten Filme von Bong Joon-ho, Park Chan-wook, Tsui Hark oder Takashi Miike. Von Jackie Chan will ich hier gar nicht erst reden.

Überraschungen: Der bereits genannte „Anything Else“, nicht gerade der am meisten gefeierte Film von Woody Allen. „Friday“ mit Ice Cube; die Wahl von „Joint Security Area“, statt des wesentlich bekannteren, aber nicht unbedingt besseren „Oldboy“; mit „Memories of Murder“ und „The Host“ gleich zwei Filme von Bong Joon-ho; …“Speed“?

Besonders lobenswert: „Unbreakable“ würde auch in meiner Liste auftauchen, ebenso wie „The Insider“, obwohl andere Filme der jeweiligen Regisseure mehr Anerkennung bekommen haben. „Shaun of the Dead“ ist auch drin. Schade, dass Simon Pegg nicht in „Inglourious Basterds“ mitspielt.

Seltsam: „Battle Royale“ von Kinji Fukasaku. Mit dem konnte ich bisher weder angetrunken, noch nüchtern etwas anfangen. Der Film soll ja ein gewisses Unterhaltungspotenzial und sogar Sozialkritik enthalten (hab’ ich gehört), aber der beste Film in den letzten 17 Jahren?

Wie dem auch sei, das Video ist durchaus sehenswert, u.a. wegen Tarantinos Aussprache von Shyamalan und seiner Begründung, warum „Matrix“ nicht mehr numero uno in der Liste ist (kann ich nachvollziehen).

Die Liste:

Battle Royale
.
.
Anything Else
Audition
The Blade
Boogie Nights
Dazed & Confused
Dogville
Fight Club
Friday
The Host
The Insider
Joint Security Area
Lost In Translation
The Matrix
Memories of Murder
Supercop (Police Story 3)
Shaun of the Dead
Speed
Team America: World Police
Unbreakable

Das Video:


Unfälle passieren

15. August 2009

Eine neue Ausgabe in der deprimierenden Reihe „Das Hongkong-Kino ist nicht tot“; heute mit Soi Cheang. Nach dem auch in Deutschland auf DVD erhältlichen „Dog Bite Dog“ (Kritik) und dem strangen „Shamo“ ist der ehemalige Regie-Assistent von Johnnie To zu dessen Produktionsfirma Milkyway Image zurückgekehrt, um Accident zu drehen.

Branchen-Insider finden den Film anscheinend ganz toll und bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig (2. bis 12. September) wird er im Wettbewerb antreten. Bei Cheang weiß man nie, was kommt, aber der Trailer sieht, trotz der mangelhaften Bildqualität, äußerst vielversprechend aus. Die statischen Bilder urbaner Nächte gehören ja zum Milkyway-house style. Mal sehen, ob Cheangs pessimistische persönliche Note bei einem Produzenten wie To voll zum Tragen kommt. Mit Richie Ren („Exiled“), Louis Koo („Election“) und Michelle Ye („Vengeance“) ist der Thriller  hochkarätig besetzt.

Ein weiterer Pluspunkt: „Accident“ sieht nicht so aus, als würde er sich, wie andere HK-Filme in letzter Zeit,  der chinesischen Zensur anbiedern.