
Ausgerechnet in einer heruntergekommenen Schule finden sie Unterkunft. Ein kleines Reh hat sich in das verstaubte, von der Zeit vergessene Innere verirrt, verschwindet wie die Jugend, die mit „Baby Diego“ zu Beginn sprichwörtlich gestorben ist. Durch das zerbrochene Fenster* der Blick auf die letzte Hoffnung. Die Scherben fokussieren ihn, trennen zugleich die menschlichen und sächlichen Überreste der grauen Vergangenheit, trennen Theo und Miriam von der Hoffnung, die im Sonnenlicht auf einer seit Jahren unbenutzten Schaukel erstrahlt.
Theo und Miriam werden die Ruinen im Grunde nie verlassen, sie bleiben Teil der Nacht, der Dunkelheit, welche nicht einfach über die Gesellschaft gekommen ist, sie wurde von ihr zur Tür herein gebeten. Die Frage, ob es einen Morgen gibt für die Menschheit, stellt der dystopische Film. Ein Blick aus dem Fenster gibt die Antwort: Ja.
Frame: Children of Men (USA/GB/J 2006); Regie: Alfonso Cuarón
*Alfono Cuarón hegt eine ziemlich offensichtliche Vorliebe für Fenstersymbolik und pflegt diese sogar in Blockbusterware wie „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“.
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22. April 2009 um 15:32 |
Nette neue Rubrik.
Nur finde ich sie leider etwas aussagelos irgendwie. Zumindest bei „The Mission“, bei „Children of Men“ ist dir die Einbettung dieses Frames in Hinblick auf den Kontext des Films auch durch deine Ausführungen sehr gut gelungen.
22. April 2009 um 16:22 |
Auch ohne AF1-Vorwissen kann ich sagen dass dies einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist! Und beim nächsten Schauen achte ich dann auch mal auf die Fenster ;-)
23. April 2009 um 9:56 |
@Lutz: Es ist eine assoziative Rubrik, bei der ich mir vorher keine Beschränkungen ausgedacht habe. D.h. manchmal zielt’s auf eine analytische Betrachtung des Frames ab (wie oben) und manchmal nicht (wie bei The Mission).
@Norman: Man muss bei diesem Film eben nicht immer nur über die Plansequenzen reden.^^
23. April 2009 um 10:09 |
BTW Lutz: Kannst du heute Abend den Bruce Lee mitbringen?